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Lehrausgang zum Kraftwerk Simmering

Lehrausgang zum Kraftwerk Simmering

Im Rahmen des EU-Comenius Projekts „Terra Nostra @ Our Earth?“ besuchte die Klasse 4b mit ihren Lehrern Hr. Fressner und Hr. Kopetzky das Kraftwerk Simmering. Mit Erstaunen mussten wir bald feststellen, dass dieses nicht aus einer Kraftwerksart besteht, sondern mehrere Varianten in sich vereint.

Kompetent wurden wir vom Schichtleiter durch das Areal geführt. Aus Sicherheitsgründen durften natürlich die orangen Helme nicht fehlen. Mitten auf dem Gelände befindet sich das größte Biogaskraftwerk Europas. Als Energielieferant dient Holz, meist dreijährige Pappeln, die kurzgeraspelt in einen Trichter geleert werden. 55 LKW Ladungen benötigt dieses alternative Kraftwerk, das eine Leistung von 20 MW

liefert. Gegenüber den 450 MW der Gasturbinen, ist dies jedoch sehr wenig.

Der Hauptbestandteil des Kraftwerks sind fossile Energieträger, die zumeist über Pipelines von der OMV angeliefert werden. Deren Abgase werden mit bestimmten Chemikalien neutralisiert. Deshalb gelangt aus den 185m hohen Schornsteinen nur Wasserdampf in die Luftatmosphäre. Weht nur ein kleines „Lüfterl“, kann die Spitze dieses Schornsteins bereits 1,5m schwanken. Das ist nicht besonders toll für einen sensiblen Magen oder für jemanden, der die Höhe nicht besonders verträgt. Erdöl enthält zumeist einen hohen Anteil an Schwefel. Die Entschwefelung und die Abtrennung weiterer Luftschadstoffe werden von einer eigenen Anlage übernommen. Ein Nebenprodukt ist ungebrannter Gips, der in Eiform gepresst, für die Rigipsherstellung verkauft wird.

Fasziniert betrachteten wir den Kontrollraum, in dem die unterschiedlichen Kraftwerkskomponenten gesteuert bzw. Störungen behoben werden. Zudem war die große Turbinenhalle mit dem großen Generator- und Turbinengehäuse beeindruckend. Aus großer Höhe konnten wir die zahlreichen Komponenten einer Gasturbine bestaunen. Bereits nach wenigen Minuten kann diese Art von Turbine „angefahren“ werden und elektrischen Strom „liefern“. Bei einem Atomkraftwerk dauert dieser Vorgang bis zu 3 Tage.

Gerne würden die Betreiber des Kraftwerks Simmering eine vierte Anlage bauen. Jedoch ist die Bestellzeit für Gasturbinen derzeit sehr lang. Ein Grund dafür sind große Bestellungen für die Entsalzung von Meerwasser bzw. der Bau neuer Gaskraftwerke, nachdem einige Atomkraftwerke abgeschalten wurden.

Jeder kann sich vorstellen, wie speziell die Aufgabenfelder in solch einem Betrieb sind. Deswegen werden die Mitarbeiter für ihre Tätigkeiten speziell geschult. Teilweise dauert diese betriebsinterne Ausbildung sehr lange und verlangt ein hohes Können und Wissen.

Es war ein sehr spannender Tag, bei dem wir wesentliche Informationen erhielten, die wir nicht nur im Unterricht, sondern zudem für den Alltag verwenden können.

Zur Bilder-Galerie von unserem Besuch des Kraftwerks Simmering in Wien im November 2011 geht es hier ...

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung (Mitteilung) trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.