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Zu Gast in Sachsen

Obwohl drei deutsche Bundesländer den Namen Sachsen in irgendeiner Form tragen, war uns die Vielfalt unseres Gastgeberlandes vor dem Abflug nicht bekannt. Frühmorgens flogen Frau Windhab, Herr Kopetzky, Victoria Gattermayer, Sara Savic und Fabian Scherzer vom verschneiten Flughafen Wien Schwechat am 28. Jänner nach Leipzig.

Zwar waren alle sehr müde, das sonnige Leipzig entschädigte uns für den mangelnden Schlaf mit seinen tollen Prachtbauten, der ruhigen Fußgängerzone und dem wunderschönen Flair. Haben Sie gewusst, dass in der Nikolaikirche, die innen einem Theater ähnelt, wichtige Versammlungen stattgefunden haben, die zum Ende der DDR geführt haben? Oder war Ihnen bekannt, dass Goethe im Auerbachs Keller Teile von Faust geschrieben hat? Bach wirkte in Leipzig 27 Jahre und wurde erst nach seinem Tod durch Felix Mendelsohn weltberühmt. Wie Sie sehen, hat Leipzig viel zu bieten.

Nicht nur musikalisch ist man auf höchstem Niveau unterwegs. Der Zoo hat auch Einiges zu bieten. Neben unserem Workshop, der sich mit gefährdeten Tierarten auseinandersetzte, konnten wir das vor kurzem eröffnete „Gondwanaland“ bewundern. In einem geschlossenen Gebäude ist ein riesiger Dschungel untergebracht. Beeindruckt waren wir auch von den vielen „Poolanlagen“. Dadurch war es möglich, Gaviale, Fische und Elefanten unter Wasser schwimmen zu sehen.

Neben diesen Angeboten nützten wir in Leipzig bei der Rückreise zudem noch das Bach-Museum. Interaktiv lässt sich solch ein Museum gut besuchen, ohne dass es langweilig wird. Wer sehr viel Zeit hat, kann dort den ganzen Tag verbringen und sich sämtliche Stücke von Bach anhören. Zumindest kurz hineinhören, denn der Thomaskantor schrieb jede Woche eine neue Kantate für die Sonntagsmesse. Da ist im Laufe der Jahre schon allerhand zusammen gekommen.

Leipzig war jedoch nicht der Höhepunkt unserer Reise. Auf den Pfaden von Martin Luther gelangten wir schließlich nach Torgau. Vielen, uns eingeschlossen, war nicht bekannt, dass dies eine der wichtigsten Städte der Reformation war. Luther hielt sich hier öfters auf, da sein Schutzherr hier einer der wichtigsten Renaissance-Schlösser bauen und die Verwaltung des Landes einrichten ließ. Luthers Frau Katharina von Bora starb in Torgau und liegt bis heute in der Stadt begraben. Während unserer Stadtführung konnten wir mit Hilfe der „Geharnischten“ das Flair dieser Zeit beschnuppern und in die Welt der Frührenaissance ein wenig eintauchen.

Stolz präsentierten unsere Partner der Mittelschule Nordwest Torgau ihre kürzlich fertig renovierte Schule. Anhand der Bilder können Sie dies selbst sehen. Empfangen wurden wir von der hervorragend spielenden Schulband und einer Tanzgruppe, die mehrere internationale Tänze darstellte.

In der kurzen Zeit arbeiteten wir in Kreativworkshops, übten das Theaterstück ein und besuchten einen Naturschutzpark, der sich besonders um den Schutz von Bibern bemüht. Die nachtaktiven Tiere haben schon den einen oder anderen Baum angespitzt.

Für uns war diese Woche eine tolle Erfahrung. Obwohl wir in Deutschland unterwegs waren, sprachen wir zumeist in der gemeinsamen Projektsprache Englisch und freuen uns, die neu gewonnen Kontakte mit Hilfe von Internet und E-Mail zu vertiefen.

(Kopetzky / Jänner 2013)

Bilder vom Treffen in Sachsen

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung (Mitteilung) trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.